Nach einer
knapp 560 Kilometer-Fahrt, haben wir einen Halt in Abbotsford eingelegt. Dies
liegt in der Nähe von Vancouver. Morgen werden wir nämlich nach Seattle fahren
um dort unser Auto zu tauschen. Da wir b
ereits
mehrere 1000 Meilen gefahren sind, braucht unser fahrbarer Untersatz den ersten
Komplett-Service (da Neuwagen), weshalb wir morgen ein neues Auto bekommen
werden um unsere weitere Reise anzutreten. Für die heutige Nacht haben wir uns
wieder mal ein Hotel ausgesucht. Dieses mal eine Suite! Mit Küche,
Waschmaschine (wir mussten mal Wäsche waschen nach 3 Wochen) und Couch-Ecke in
der wir versuchen (neben all den Werbungen) die Rede von Trump in Texas zu
verfolgen.
Die letzten
beiden Tage haben wir zwischen Bergen, Seen und Wäldern verbracht. Nach dem wir
im doch sehr touristischen Banff-Nationalpark um 9 Uhr in der früh bereits 10
Minuten einen Parkplatz suchen
mussten, um den Moraine Lake zu bewundern (dies war es aber allemal wert! siehe
Fotos) hätten wir beim noch touristischeren Lake Louise wohl ca. 20 Minuten auf
einen Parkplatz warten müssen. Das war uns dann doch zu viel Tourismus, und wir
traten die Fahrt in eine weniger befahrene Gegend an. Beim Warten auf die Fähre
in Richtung Süden trafen wir ein nettes Schweizer Ehepaar, welches vor 32
Jahren (!) nach Kanada ausgewandert ist und nun eine Rundreise mit ihrem
umgebauten Motorrad macht. (Philipp war neidisch!). Gleich sympathisch und
vertraut erzählten sie uns über ihr Leben hier und gaben uns Tips für unsere
weitere Reise. Für Philipp, der seine Motorräder schon mehrfach vermisst hat, kam
es aber noch besser (oder noch schlimmer?). Als wir auf unserem angesteuerten
Übernachtungsplatz (Campingplatz in Nakusp) ankamen, wimmelte es nur so von
Motorrädern! Da erfuhr Philipp auch noch, dass in einer Woche auf genau diesem
Campingplatz ein Travel-Event von Touratech USA stattfinden wird. Wer ihn
kennt, weiss was das für ihn heisst! J Ich musste ihm versprechen, dass
wir in den USA so bald wie möglich eine Tagesreise mit einem Töff antreten
werden!
Wir entschlossen uns, zwei Nächte auf dem Campingplatz zu
bleiben. Beim Spaziergang durch das „Städtchen“ trafen wir einen weiteren
ausgewanderten Schweizer. Schon speziell, mit Menschen mit Ur-Basler und
Berner-Dialekt zu sprechen, die seit über 30 bzw. 56 Jahren hier leben und
arbeiten. Richtig spannend diese Geschichten! Da der nette Mann uns freudig
erzählte, dass er auf seiner Fahrt hierhin vier Bären gesichtet hat, konnten
wir natürlich der Versuchung nicht widerstehen, am Tag darauf die selbe Strecke
mit dem Auto abzufahren in der Hoffnung, ebenfalls einige wilde Tiere zu
Gesicht zu bekommen. Leider haben wir auch nach zwei Stunden noch nichts
entdeckt... dafür haben wir ein suuuper Zmittagessen in einem kultigen Restaurant
bekommen, so dass wir uns satt und zufrieden aufmachten, um die angepriesenen
Hot Springs (= eine Art Thermalbad) zu besuchen. Doch ojemine! Als wir diesen
doch eher kleinen Pool mit gelblich gefärbtem Wasser und gefüllt mit darin
treibenden Menschen sahen, da verging uns die Lust, auf eine (Bisi)-Kur! Wir
entschlossen uns daher, die anderen Hot Springs in der Nähe unsere Zeltplatzes aufzusuchen.
Vielleicht haben wir da ja mehr Glück! Und so war es! In den angenehmen 37 und
40 Grad Becken konnte uns das eher neblige und feuchte Wetter nichts mehr
anhaben.
Nun sind gut drei Wochen vorüber und morgen werden wir
wieder in die USA zurück reisen. Die kanadische Wildnis, die endlosen Fahrten
entlang an Seen und durch Wälder ohne auch nur ein Haus zu sehen, die schönen
(und sanitär doch überraschend guten) Campingplätze, das gute Brot, er gute
Whisky (J) die
freundlichen und hilfsbereiten Menschen hier, die werden wir in guter
Erinnerung behalten! Und gleichzeitig freuen wir uns nun auf neue Abenteuer die
uns im wilden Amerika erwarten.
Ganz liebe Grüsse aus Kanada!
Martina und Philipp