Donnerstag, 27. Oktober 2016

time to say goodbye

Liebe Familie und Freunde

Mir fällt es echt nicht leicht diesen Beitrag zu verfassen! Denn es wird der Letzte sein den wir aus Nordamerika senden. Dieses Land ist uns wirklich ans Herz gewachsen und der Abschied fällt nicht leicht. Was wir auf dieser unglaublichen Reise erfahren und erleben durften hat uns zutiefst beeindruckt und berührt. Ja, wenn jemand eine Reise tut, dann kann sie / er was erzählen.... so ist das natürlich auch bei uns beiden. Es war uns eine Freude, euch liebe Familie und Freunde mittels unseres Blogs einen Einblick in unsere Reisewelt zu ermöglichen. Danke dass ihr uns mit so grosser Freude begleitet habt.
Gestern hatten wir unseren letzten Abend. Wie so oft auf unserer Reise verlief dieser ebenfalls anders als geplant. Eigentlich wollten wir ja zum Schluss noch einmal ins Wendys um uns ganz nach amerikanischer Manier noch einmal einen Burger in die Rachen zu schieben. Anders als erwartet, stellte sich dieses Lokal dann aber als einfache Fastfood-Bude heraus und uns war schnell klar, dass wir in so einem Laden nicht unseren letzten Abend verbringen wollten. Gleich um die Ecke entdeckten wir dann ein nettes Lokal welches sich auf italienische Küche spezialisiert hat. Zum Glück fand ich auch da einen Burger welcher sich tatsächlich als bester bisher gegessener Burger herausstellte! Wow was für ein kulinarischer Abschluss, dachte ich mir. Auch Martina's Abschlussvesper (Pouletbrust mit Pilz Cognac Sauce, Spargeln und Kartoffelstock mit Garlic-taste und frischem Spinat) setzte ihrem amerikanisch-kulinarischem Exkurs die Krone auf. Bei einem guten Glas Wein liessen wir unsere Eindrücke noch einmal Revue passieren und stellten fest, dass diese Reise uns so viel gegeben hat. Die 88 tägige Auszeit wird heute ihr Ende finden. Wir haben das gefunden und bekommen was wir uns erwünscht haben: Abenteuer, Glück, Zufriedenheit und ganz viel Zeit mit und füreinander. Mit grosser Freude und Energie sehen wir unseren nächsten Zielen entgegen und sind sicher, dass diese Reise für uns immer unvergesslich bleiben wird.

Nun trennen uns nur noch Stunden bis zu unserem Wiedersehen. Wir freuen uns aus tiefstem Herzen auf euch!

Seit umarmt! 

Philipp und Martina 


Hier noch der LINK ZU DEN FOTOS dieser fantastischen Reise

Kleiner Einschub von Craig und Jean


Könnt ihr euch noch an den Blogeintrag erinnern, wo uns das Zelt fast um die Ohren flog? Wir schon!!! Dieser Abend bleibt uns nicht nur wegen des Windes in Erinnerung. Denn die Begegnung mit den beiden Hippieaussteigern Jean an Craig war für uns einmalig! Umso grösser war die Freude, als wir auf Facebook diesen Eintrag von Craig entdeckten: 


I have wanted to see Arches National Park ever since I read Desert Solitaire by Edward Abbey way back in college. The book describes the American Southwest in a way that makes you want to crawl through the rocks on your hands and knees exploring every little detail. What Arches has become resembles Thunder Mountain at Disneyland more than the desolate place it was. Sad.

As has been our penchant lately, we took off down the road in search of something less populated. We sure found it! After a few side trips down dirt roads made muddy by the thunder storms moving across the valley and having to backup the beast for about a half a mile we found Whistlewind Campground, a BLM site with water and the old reliable pit toilets nestled in a red and white sandstone bowl filled with junipers, piñon pines and wildflowers. Nirvana!
As usual, we met some fascinating people after we all pitched together to save tents snd camping gear during one of the most intense windstorms I have ever been in. Hank, an artist from Taos, NM, and Martina and Philipe, a young couple from Switzerland touring the US parks became new best friends. We saved the campground from destruction and than settled in for a peaceful evening. Philipe and Martina came over after dinner to get out of the wind so we sat in the RV playing snd listening to music and telling tall tales. We were laughing so hard at the camping misadventures we had survived on both sides of the ocean that we forgot about watching their tent during the passing squalls. By the end of the evening, their tent was still standing and we had met some new friends. Over all, a very successful, rewarding day.

Sonntag, 23. Oktober 2016

Eine Woche im Paradies



Olà!

Eine Woche im Paradies geht zu Ende, heute ist bereits der letzte Abend! Wir lassen es daher nochmals so richtig krachen!! Es soll eine Beachparty geben mit Band und allem drum und dran. Da schauen wir bestimmt noch rein.
Ja, noch vier Nächte trennen uns von der Schweiz! Das Ende unsere Reise ist damit sehr nah, was uns schon sehr wehmütig macht. Wir versuchen diese Tatsache noch so lange wie möglich zu verdrängen :-)
Morgen fliegen wir um 15.45 Uhr zurück nach Miami. Dort erwartet uns dann hoffentlich ein schmucker Mietwagen, welchen wir heute noch rasch reserviert haben. Mal gucken was wir während unseren letzten Tagen im Amiland noch so alles erleben werden. Wir halten euch auf alle Fälle auf dem Laufenden.

Gute Nacht.....oder für euch ja guten Morgen ;-)

Philipp und Martina

Dienstag, 18. Oktober 2016

Welcome to Paradise



Hallo allerseits aus der Dominikanischen Republik!

Nach einem langen, sonnigen, wellenreichen, gemütlichen und hustenden (ja, ich bin immer noch ziemlich erkältet und angeschlagen! seit nun 1.5 Wochen!) Tag, sitzen wir nun frisch geduscht auf der Couch in unserer Suite im schönen Hotel Majestic Elegance.

Als erstes müssen wir natürlich das Quiz vom letzten Blogeintrag auflösen. Wer hat's gewusst?
Ja, wer Philipp kennt, dem wir das nicht so schwer gefallen sein ;) Wir waren an der Töffmesse in Orlando. Philipp hat mich am Morgen im Hotel auf den Key West nämlich schon ganz aufgeregt angeschaut, als ich aufwachtet und mir sogleich seine Planänderung schmackhaft gemacht: Als ich noch schlief, hat er zufällig herausgefunden, dass an diesem Wochenende in Orlando eine grosse Töffmesse stattfindet und dort auch die Kleidungsmarke Klim einen grossen Stand haben wird, wo sie ihre neue Kollektion präsentiert. Da Philipp schon seit Jahren von diesen Klim-Töffanzügen schwärmt und diese in Europa nicht wirklich erhältlich sind, war natürlich sofort klar, dass er diese unbedingt probieren möchte. Somit fuhren wir also drei Stunden später nicht wie geplant gemütlich zum südlichen Teil der Everglades, sondern nahmen die ca. 450 km Fahrt nach Norden Richtung Orlando in Angriff.
Die Töffmesse hat sich gelohnt! Nachdem wir von einem netten Mann spontan zwei Eintrittstickets geschenkt bekommen haben, ging's los mit anprobieren! Zwei Stunden später hatte Philipp dann seine Traum-Jacke und -Hose gefunden. Leider kommt diese erst nächsten Frühling auf den Markt! Sonst hätte er sie wohl gleich dort gekauft und mitgenommen ;) So heisst es nun noch etwas Geduld haben.

Am Tag darauf ging's dann aber wirklich nach Miami, wo wir den Nachmittag/Abend mit Koffer kaufen und Koffer packen verbrachten. Das war eine echte Logistik, unser ganzes Hab und Gut in drei Koffern zu verstauen... Aber es hat geklappt. Hustend und Nase triefend (Philipp's schlimmste Nasal-Geschichte :)) bestiegen wir also gestern das Flugzeug Richtung Punta Cana.
Nach einem schönen Flug über die Bahamas erwarteten uns wohlige dreissig Grad und ein netter Willkommen-Empfang inkl. Champagner und Häppchen im VIP-Bereich. Wir haben ja das Luxusprogramm gebucht mit Suite, Jaccuzi und Buttler inklusive. Die Aussage eines Hotelangestellten: "Welcome to Paradise" hat sich bis jetzt absolut bestätigt. Angefangen vom Zimmer, über den wunderbaren Strand, bis hin zu dem unglaublichen Essenangebot können wir es uns hier die nächsten Tage richtig gut gehen lassen.
Ich hoffe einfach, dass meine Erkältung nun endlich bald das zeitliche segnet und ich die nächsten Tage endlich husten- und erkältungsfrei geniessen kann. Wer mich kennt, weiss aber, dass ich den Appetit auf feines Essen nicht so schnell verliere ;) Wir freuen schon jetzt auf das heutige Abendbuffet.

Sonnige und warme Grüsse aus dem Paradies, Martina und Philipp

Freitag, 14. Oktober 2016

news from florida




Jaa, wir sind zurück in Florida! Der letzte Bericht ist doch schon einige Zeit her, habe ich gerade gemerkt, als ich es mir hier mit einem Cocktail (american style natürlich im Plastikbecher) im Liegestuhl am Pool gemütlich gemacht haben. Wo wir jetzt gerade sind? Auf Key West! Aber zurück auf Anfang:

Nach unserer Flucht vor dem Hurricane nach Opp am 6. Oktober, haben wir also zwei Tage später die Fahrt zurück nach Florida auf uns genommen. Da ich mir leider (vermutlich) durch die Klimaanlage, die aufgrund der 30 Grad draussen auf „high level“ lief, eine ziemliche Erkältung eingefangen haben, entschlossen wir uns in Florida nochmals für zwei Nächte ein Hotelzimmer zu buchen, in der Hoffung, dass unser geliebter Juniper Springs State Park nach den Aufräumarbeiten schnell wieder seine Tore öffnet, und wir dann der schönen Quelle und den netten Mitarbeitenden dort nochmals einen Besuch abstatten könnten.
Die zwei Tage in Ocala verbrachten wir mit Internet-Recherchen im Starbucks, einem Kinobesuch, Take Away Essen vom Panda Express (echt lecker!) und dem Besuch der Walgreens Pharmasy, wo wir uns zusammen mit einem netten Apotheker oder Drogeristen auf die Suche nach einem Neocitran-ähnlichen Produkt machten, um meine Erkältung so schnell wie möglich weg zu bekommen, was bis heute, vier Tage später, noch nicht wirklich geklappt hat...

Nach zwei Tagen Ocala und damit fünf Tagen Hotel, in denen wir aufgrund des Hurricanes unseren Reiseplan ziemlich auf Eis legen mussten, waren wir wild entschlossen, die nächsten Tage nochmals im Zelt zu verbringen. Denn, dass wissen die meisten noch gar nicht! Wir haben vor unserer Heimreise noch eine Woche Relaxe-Strand-Ferien in der Dominikanischen Republik gebucht! Jaja, auch von einer Reise muss man sich erholen ;) Um unser Reisebudget nicht zu arg zu strapazieren, machten wir uns also auf Richtung Westküste von Florida und steuerten den Chassahowitzka River Campground an. Ich, noch immer erkältet, machte es mir auf unserem Zeltplatz mit einem Buch und Tee bequem, während Philipp mit einem gemieteten Kajak die Gegend erkundigte.



Am nächsten Tag ging’s weiter Richtung Süden zum Myakka River State Park, wo wir uns zuerst mit einer leckeren alligator stew (eine Art Eintopf-Suppe mit Gemüse, Kartoffeln und Alligator) verköstigten und es uns dann auf unserem Zeltplatz mit Bier, Unokarten, Musik und guten Gesprächen gemütlich gemacht haben. Der Abend endete dann leider relativ abrupt, nachdem uns die Moskitos belagerten und wir vor den Stech-Attacken in unser Zelt flüchten mussten. Nach einer (weiteren) Husten-Nacht von mir, wollten wir dann aber diesen State Park doch noch etwas näher betrachten. Wir machten uns also, mit Kamera, Wasser und Flipflops ausgestattet, auf die sumpfige Erkundungstour. Alligatoren haben wir, zum Glück, keine gesichtet, dafür konnten wir die wunderbare Aussicht auf die Natur und die Landschaft geniessen und noch zwei deutsche Touristen damit beeindrucken, dass wir seit zwei 2.5 Monaten in Nordamerika unterwegs sind. ;)

Der Everglades Nationalpark stand natürlich schon lange auf unserem Reiseplan und Philipp wollte gerne noch eine Tour mit einem dieser (für uns nur aus Filmen) bekannten airboats machen. Nach Erkundung im Visitor Center begrub Philipp aber sein Vorhaben schnell, da diese airboats 1. im Nationalpark selbst sowieso verboten, und 2. so laut sind, dass die Chance ein Tier zu sehen, gleich null ist. Mal abgesehen davon, dass auch die Natur und die Tierwelt unter diesen Tour stark leiden. Wir genossen also die Fahrt durch das Sumpfgebiet Richtung Campingplatz in unserem vierrädrigen Gefährt, wo wir unter anderem Alligatoren, Schlangen und riesige Reiher gesehen haben. Dieser war dann auch wirklich schön, und ausser uns hatte sich hier auch niemand nieder gelassen, womit wir uns bereits auf einen gemütlichen Abend freuten. Doch, wir haben die Moskitos nicht eingeplant! Und ja, diese waren an diesem Abend sooo aggressiv, dass wir auch mit Moskitospray und wildem Gefuchtel diese fiesen Dinger nicht davon abhalten konnten, uns im Minuten-Takt zu attackieren! Bereits um acht Uhr mussten wir daher (erneut) in unser Zelt flüchten. Auch die heisse und feuchte Luft und meine Husten-Attacken machten die Nacht nicht besser, so dass Philipp heute morgen (noch vor mir!) wirklich keine Lust mehr auf Sumpf, Moskitos und Zelten hatte. Also buchten wir kurzerhand ein Hotel auf den Key West und düsten los. Die Fahrt über diese vielen Inseln war weniger spektakulär, als wir gedacht haben. Aber nach drei Stunden haben wir es geschafft! Und da sind wir nun! Ein super Hotel, gratis Welcome-Drink, ein grosser Pool und super Zimmer mit kleinem Terrassenbereich mit Liegestühlen! Da sind die Strapazen der letzten Nacht bereits vergessen. Obwohl... Philipp klagt gerade, „mis Füdli biist!“ und düst los, um sich trockene Badehosen anzuziehen!

Auf den Liegestühlen neben uns zieht sich der deutsche Bodybuilder gerade seine tägliche Portion Proteine in Form von Müsliriegen rein, während seine Freundin sich zum wiederholten mal vergewissert, ob ihre prallen Silikonbrüste auch wirklich sitzen. Während wir unsere dritte Runde Cocktails bestellt haben, wird uns bewusst, dass nun nur noch zwei Wochen vor uns liegen. Schon verrückt, wie sich so eine lange Reise auf einem auswirkt! In diesem Sinne: Bis bald!

Alles Liebe! Martina und Philipp 

PS vom 14.10.2026: 

Kleines Quiz

In wenigen Minuten brechen wir auf in Richtung Norden. Was werden wir dieses Wochenende wohl machen?

1. Abenteuertour durch die den südlichen Teil der Everglades
2. Shoppingmarathdon in Miami
3. Schnorcheltour auf Key Largo
4. Schwimmen mit Delfinen in Fort Lauderdale
5. Besuch der Töffmesse in Orlando

Na, wer weiss es??

Freitag, 7. Oktober 2016

Abenteuer Florida

Seit drei Tagen dreht sich bei uns vieles um den Hurricane Matthew. Dieser Sturm hat unseren Plan doch so ziemlich durcheinander gebracht. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird uns dieser Sturm auch in den kommenden Tagen noch beschäftigen. Wie ihr ja schon mitbekommen habt sind wir momentan in Alabama. Florida war also nicht der finale Bundesstaat...zumindest nicht beim ersten Anlauf. Floridas Schönheit hat uns aber beide in den Bann gezogen und wir möchten unbedingt zurück in die fabelhafte Natur und an die schönen Strände. Im Moment bleibt uns nichts anderes übrig, als in Erinnerungen zu schwelgen und euch mit einem Rückblick dieses schöne Stück Land etwas näher zu bringen. 



Auf dem Weg von Destin gegen Osten durchquerten wir diverse malerische Städtchen. Die Preise dieser hübschen aber teils wirklich kleinen Häuser hat uns fast umgehauen. Klar, die Aussicht auf das Meer ist fabelhaft, aber diese können wir ja vom Strand aus auch gratis geniessen. 
Nach mehren Nächten im Hotel wollten wir nun wieder unser Zelt aufschlagen. Das Wetter spielte ja schliesslich mit und auch das Reisebudget würde es uns danken. So fanden wir uns kurze Zeit später im Appalachicola National Forrest wieder und stellten unser Zelt in rekordverdächtiger Zeit auf. Aufgrund der Hitze verzichteten wir auf das Überzelt und schliefen somit oben ohne. Beim Erkunden der wirklich spannenden Gegend trafen wir auf eine grosse Spinne die in einem riesigem Netz regelrecht für uns posierte. UiUiUi... in so ein Netz möchte man auf keinen Fall reinlatschen, besonders nicht bei einem der nächtlichen Pinkelgänge!
Weiter ging's zum Wakulla Springs Park wo wir ganz nach Tourimanier eine Schiffstour buchten. Diese entpuppte sich als wahren Leckerbissen für die Sinne! Während der gut stündigen Fahrt konnten wir Seekühe, Alligatoren, Schildkröten und allerlei Vögel beobachten. Dabei entpuppten wir uns als absolute Top Spotter und waren stolz, dass wir viele der Tiere als erste entdeckten! Die darauf folgende Abkühlung im Becken einer der tiefsten Quellen der Welt machten wir uns auf in Richtung Tallahassee (Hauptstadt Floridas) wo wir eine Nacht auf einem ziemlich heruntergekommenen Campingplatz verbrachten. Das Frauenklo war derart widerlich, dass Martina sich zu mir aufs Männerklo flüchtete, welches ich zuvor selber geputzt habe. Neben Gruseleffekt auf dem Klo, plagten uns am Abend zudem die abertausenden Mücken, was uns schliesslich ins Wageninnere trieb. Dank Klimaanlage, Uno und guter Musik konnten wir diesen Abend dann doch noch geniessen. Siehe Film:




Am nächsten Tag fuhren wir nach Süden wo wir mit der Juniper Springs Recreation Area einen regelrechten Traumort entdeckten! Diese Quelle und der darum angelegte Schwimmbereich gehört zum schönsten was ich je gesehen habe! Die Stimmung an diesem Ort lässt sich mit Worten kaum beschreiben. Wir lassen daher die Bilder sprechen. Die Juniper Springs sind sogleich Startpunkt für eine der Top 5 Kanutouren der USA! Das liessen wir uns natürlich nicht nehmen und erlebten ein echtes Abenteuer! Die Kanutour entpuppte sich nämlich als nicht ganz so anspruchslos und es brauchte einige Absprachen bis wir unser Boot reibungslos durch die engen Windungen manövrieren konnten. Die Szenerie war absolut der Hammer! Eine Mischung aus Indiana Jones und Tarzan in absoluter Ruhe und ohne einen anderen Menschen weit und breit. Die Vorfreude unsererseits war gross, hatte uns am Vorabend ein Typ noch erzählt, er habe auf seiner Tour mehrere Alligatoren und sogar einen Schwarzbären gesehen. Ich, natürlich furchtlos wie immer, liess mich jedoch davon nicht abschrecken und tauchte bereits nach 20 Minuten, trotz strikten Verbots und Warnhinweisen ins kühle Nass um meine Sonnenbrille aus dem Wasser zu fischen, die mir ein Ast vom Kopf gerissen hatte. Martina was not amused! 
Nach unserem Mittagssnack auf einem Tarzanbaum ging die Paddeltour in die zweite Runde. Und dann passierte es...........!!! ACH DU SCHEISSE!!! Was liegt da keine 3 Meter neben uns auf einer Sumpfbank???? Ein riesiger Alligator wie wir ihn niemals erwartet hätten!!! 
Nach einem beinahe Herzinfarkt wollte ich aber dann doch noch einmal zurücksetzten um das mächtige Tier noch einmal aus nächster Nähe zu betrachten. Wow!!!!! Was für ein Erlebnis! Eins kann ich euch sagen: Ab diesem Moment dachte ich keine Sekunde mehr daran noch einmal ins Wasser zu gehen!

Gerne hätten wir eine weitere Nacht auf dem wunderbaren Campingplatz verbracht. Die saubere Anlage, die netten Camping Hosts und Ranger sowie die fantastische Quelle machten diesen Ort zu einem unserer absoluten Highlights dieser Reise! Leider blieb uns aufgrund des heranziehenden Sturms nichts anderes übrig als weiterzuziehen. Die eine Nacht in Gainesville war dann auch nicht sonderlich tröstlich. 

Nun noch wie versprochen der Faktencheck des Reisemonats September:

Gefahrene Kilometer: 8896 km
Durchschnittlich gefahrene Kilometer pro Tag: 296 km
Verbrauchtes Benzin: 960 Liter
Anzahl Nächte im Zelt: 15
Anzahl Nächte im Hotel/Motel: 15
Teuerste Unterkunft: Fr. 130.- Best Western in Colorado Springs
Günstigste Unterkunft: gratis Zelten im Navajo National Monument

Im Vergleich zum Reisemonat August fällt auf, dass wir für das Benzin ca. einen Drittel weniger bezahlt haben und dies trotz der fast identischen Anzahl Kilometern. Ja die Amis legen Wert auf günstigen Sprit! Am günstigsten kriegt man die Gallone in Texas (unter 2 Dollar für 3.8 Liter!).

Auch viel Skurriles haben wir bis jetzt gesehen. Hier eine Auswahl:
  • Schusswaffen im Supermarktregal (Pumpgun für 100 Dollar inkl. 20 Schuss)
  • Poolregel Nr. 3 im Hotel Best Western in Colorado Springs: Das Tragen einer Badekappe ist für alle Langhaarigen Personen Pflicht!
  • Für alle Personen die jünger aussehen als 40 Jahre, herrscht Ausweispflicht beim Kauf von Alkohol (und das wird auch durchgezogen!)
  • Daily Fresh Bread = frische Pampe
  • Werbetafel: TNT! Buy 1 get one free!
  • Strassentafel: Litter and it will hurt!
  • Modell eines halb zerfleischten Zebras im Zoogehege (als Dekor)
  • Afrikawind-kabine für 1.50 Dollar
  • Werbetafel eines Weed Lawyers, gleich nach Einfahrt in den Bundesstaat Texas (Absolute Nulltoleranz)
  • CONTINENTAL BREAKFAST (Ohjeminee....)
Im TV läuft noch immer der Weather Live Stream und wie es aussieht ist das Schlimmste noch nicht überstanden! Wir warten ab und halten euch auf dem laufenden...

Liebe Grüsse Philipp und Martina

Donnerstag, 6. Oktober 2016

„sweet home alabama“

Ja da sind wir also nun doch noch im Bundesstaat Alabama gelandet. Geplant haben wir’s nicht, schön ist es bis jetzt trotzdem. Sonnig, warm (Philipp würde sagen heiss :-) und vor allem sicher vor dem Hurricane.


Nach einer fünfstündigen Autofahrt quer durch Florida sind wir in Opp angekommen, einem kleinen Städtchen etwa so gross wie Eglisau. Natürlich ausgestattet mit Tankstellen, einem kleinen Supermarkt und den üblichen Fastfood "Restaurants". Die tamilische Familie unserer Motels hat uns sogleich mit einem Lachen begrüsst und Philipp nimmt gerade einen ersten Schwumm im gemütlichen Pool, während ich hier in der Sonne sitze und diesen Beitrag schreibe.


Ganz relaxed sind wir aber doch nicht. Angespannt verfolgen wir live den Wetter Stream im Radio und Fernseher. Was wird erwartet:
140 mph (= über 220 km pro h); bis 11 feet (= ca. 3.5 Meter) hohe Wassermassen, die ins Landesinnere gedrückt werden; bis zu 2.5 Mio Menschen ohne Strom, über 12'000 externe Spezialisten und Fachkräfte aus ganz Amerika sind angereist, Nationalgarde ist aufgeboten worden, „a historical storm, like we have never seen bevor in history of US“.
Das sind nur einige der genannten Facts und Warnungen, was uns schon etwas beunruhigt und auch besorgt macht um die Menschen, die an der Küste wohnen und teilweise immer noch dort sind, weil sie sich weigern ihre Häuser zu verlassen. Aussage vom Wetterexperten: „Dort verbleiben, kann einem das Leben kosten“.
Auch auf der Fahrt hierhin haben wir bemerkt, dass die Leute aus den Gefahrengebieten herausströmen. Hinein fahren vor allem Support-Wagen mit Benzin, Wasser, vermutlich Hilfsgütern, Kranen und sonstigem schweren Geschütz.


Wir bleiben nun bis am Samstag hier im hoffentlich ruhigen Opp und warten, bis das Schlimmste vorüber ist. Dann werden wir sehen, ob wir die Reise nach Süden Richtung Miami fortsetzen können. 

Hurricane-Warnung



Kurzes Update aus Florida:

Nach drei wunderbaren Tagen in der Natur von Florida, müssen wir nun leider zurück Richtung Nordwesten. So wie es aussieht, zieht ein Major Hurricane Richtung Florida, der stärkste seit 17 Jahren! Die ganze Ostküste wird evakuiert, und wir sind mittendrin! 
Wir fahren nun also bald los Richtung Alabama. Dort haben wir ein Hotel gebucht in Opp für zwei Nächte. Dann sollte das Schlimmste vorüber sein und wir schauen bzw. hoffen, dass wir dann unsere Reise Richtung Miami wie geplant fortsetzen können. 
Der Rückblick der letzten Tage (paradiesisch, ihr könnt euch auf die Fotos freuen!) und die versprochenen top 5 der absurdesten Sachen inkl. Monatsrückblick folgen also, wenn wir uns im Hotel in Sicherheit gebracht haben. 

Bis bald, take care! 

Martina und Philipp


Samstag, 1. Oktober 2016

White Paradise



Nach den tollen Tagen in New Orleans erwartete uns in Destin (Florida) bereits ein weiteres Highlight! Der Anblick des weissen Strandes und des türkis schimmernden Wassers haute uns fast von den Socken! Ja, wir sind mittlerweile in unserem Zielstaat angekommen! Dies nachdem wir nach unserer Abfahrt in New Orleans auch noch die Bundesstaaten Mississippi und Alabama durchquerten.

Die letzten beiden Tage verbrachten wir natürlich am Strand! Mit Campingstühlen, Badetücher und ausgeliehenem Sonnenschirm wirkten wir schon fast wie lokale Touristen, und wir merkten einmal mehr, dass wir uns gar nicht mehr so wirklich als einfache Urlauber sehen. Die lange Zeit on the roads of america lässt uns schon fast zu einem Teil davon werden. Vom Essen einmal abgesehen :-)

Hier am Golf von Mexico ist das Wasser angenehm warm und dennoch erfrischend. Die feuchte Hitze der vergangenen Tage hat sich zum Glück verzogen und die Temperaturen bewegen sich derzeit um die 25-35 Grad. Genau richtig also um sich in die Sonne zu legen! Resultat nach zwei Tagen Sonnenbaden: Martina braun bis zu den Zehen! Philipp ein Gemisch von braun, rotbraun und rot. Naja!

Gestern startete hier in Destin noch das alljährliche Seafood Festival. Als wir uns nach dem Weg erkundigten wurde uns dringlich davon abgeraten zu Fuss hinzulaufen, da dies deutlich zu weit sei. Nach entspannten 20 Minuten zu Fuss trafen wir am Ort des Geschehens ein. Lustig was die Amis als zu weit betrachten. Nach einem kurzen Boxenstop am Bierstand stürzten wir uns ins bunte Getümmel. Neben allerlei Marktständen mit Schmuck, Bildern und Co. interessierten uns vor allem die Auslagen der vielen Essensstände. Die Auswahl war ziemlich gross, jedoch gab es 90 Prozent der Seafoodprodukte lediglich in fritierter Form. Wiedermal typisch dachten wir uns. Zum ersten Mal assen wir Alligator, welches wie Hühnchen schmeckte. Darauf folgten weitere Leckereien wie Kokos Schrimps, Krabbenburger und erfrischende Margaritas. Mit vollen Bäuchen nahmen wir den monströsen Rückmarsch in Angriff und stürzten uns müde in unser freudig quitschendes Schlafmöbel!

Heute geht’s weiter Richtung Osten! Ich sehne mich so sehr nach Wald und Zelten, dass wir heute den grössten Nationalforest Floridas ansteuern. Sofern wir uns dann nicht, wie so oft, wieder um entscheiden :-)

In den kommenden Tagen folgt der Rückblick auf den zweiten Monat unserer Reise! Die zurückgelegten Meilen und die verschlungenen Gallons Benzin sind beträchtlich! Auch gibt’s unsere top 5 der absurdesten Sachen die uns hier im Amiland bisher begegnet sind.

Also bleibt dran!

Alles Liebe Philipp und Martina

PS: Was zum Schmunzeln!