Auf dem Weg von Destin gegen Osten durchquerten wir diverse malerische Städtchen. Die Preise dieser hübschen aber teils wirklich kleinen Häuser hat uns fast umgehauen. Klar, die Aussicht auf das Meer ist fabelhaft, aber diese können wir ja vom Strand aus auch gratis geniessen.
Nach mehren Nächten im Hotel wollten wir nun wieder unser Zelt aufschlagen. Das Wetter spielte ja schliesslich mit und auch das Reisebudget würde es uns danken. So fanden wir uns kurze Zeit später im Appalachicola National Forrest wieder und stellten unser Zelt in rekordverdächtiger Zeit auf. Aufgrund der Hitze verzichteten wir auf das Überzelt und schliefen somit oben ohne. Beim Erkunden der wirklich spannenden Gegend trafen wir auf eine grosse Spinne die in einem riesigem Netz regelrecht für uns posierte. UiUiUi... in so ein Netz möchte man auf keinen Fall reinlatschen, besonders nicht bei einem der nächtlichen Pinkelgänge!
Weiter ging's zum Wakulla Springs Park wo wir ganz nach Tourimanier eine Schiffstour buchten. Diese entpuppte sich als wahren Leckerbissen für die Sinne! Während der gut stündigen Fahrt konnten wir Seekühe, Alligatoren, Schildkröten und allerlei Vögel beobachten. Dabei entpuppten wir uns als absolute Top Spotter und waren stolz, dass wir viele der Tiere als erste entdeckten! Die darauf folgende Abkühlung im Becken einer der tiefsten Quellen der Welt machten wir uns auf in Richtung Tallahassee (Hauptstadt Floridas) wo wir eine Nacht auf einem ziemlich heruntergekommenen Campingplatz verbrachten. Das Frauenklo war derart widerlich, dass Martina sich zu mir aufs Männerklo flüchtete, welches ich zuvor selber geputzt habe. Neben Gruseleffekt auf dem Klo, plagten uns am Abend zudem die abertausenden Mücken, was uns schliesslich ins Wageninnere trieb. Dank Klimaanlage, Uno und guter Musik konnten wir diesen Abend dann doch noch geniessen. Siehe Film:
Am nächsten Tag fuhren wir nach Süden wo wir mit der Juniper Springs Recreation Area einen regelrechten Traumort entdeckten! Diese Quelle und der darum angelegte Schwimmbereich gehört zum schönsten was ich je gesehen habe! Die Stimmung an diesem Ort lässt sich mit Worten kaum beschreiben. Wir lassen daher die Bilder sprechen. Die Juniper Springs sind sogleich Startpunkt für eine der Top 5 Kanutouren der USA! Das liessen wir uns natürlich nicht nehmen und erlebten ein echtes Abenteuer! Die Kanutour entpuppte sich nämlich als nicht ganz so anspruchslos und es brauchte einige Absprachen bis wir unser Boot reibungslos durch die engen Windungen manövrieren konnten. Die Szenerie war absolut der Hammer! Eine Mischung aus Indiana Jones und Tarzan in absoluter Ruhe und ohne einen anderen Menschen weit und breit. Die Vorfreude unsererseits war gross, hatte uns am Vorabend ein Typ noch erzählt, er habe auf seiner Tour mehrere Alligatoren und sogar einen Schwarzbären gesehen. Ich, natürlich furchtlos wie immer, liess mich jedoch davon nicht abschrecken und tauchte bereits nach 20 Minuten, trotz strikten Verbots und Warnhinweisen ins kühle Nass um meine Sonnenbrille aus dem Wasser zu fischen, die mir ein Ast vom Kopf gerissen hatte. Martina was not amused!
Nach unserem Mittagssnack auf einem Tarzanbaum ging die Paddeltour in die zweite Runde. Und dann passierte es...........!!! ACH DU SCHEISSE!!! Was liegt da keine 3 Meter neben uns auf einer Sumpfbank???? Ein riesiger Alligator wie wir ihn niemals erwartet hätten!!!
Nach einem beinahe Herzinfarkt wollte ich aber dann doch noch einmal zurücksetzten um das mächtige Tier noch einmal aus nächster Nähe zu betrachten. Wow!!!!! Was für ein Erlebnis! Eins kann ich euch sagen: Ab diesem Moment dachte ich keine Sekunde mehr daran noch einmal ins Wasser zu gehen!
Gerne hätten wir eine weitere Nacht auf dem wunderbaren Campingplatz verbracht. Die saubere Anlage, die netten Camping Hosts und Ranger sowie die fantastische Quelle machten diesen Ort zu einem unserer absoluten Highlights dieser Reise! Leider blieb uns aufgrund des heranziehenden Sturms nichts anderes übrig als weiterzuziehen. Die eine Nacht in Gainesville war dann auch nicht sonderlich tröstlich.
Nun noch wie versprochen der Faktencheck des Reisemonats September:
Gefahrene Kilometer: 8896 km
Durchschnittlich gefahrene Kilometer pro Tag: 296 km
Verbrauchtes Benzin: 960 Liter
Anzahl Nächte im Zelt: 15
Anzahl Nächte im Hotel/Motel: 15
Teuerste Unterkunft: Fr. 130.- Best Western in Colorado Springs
Günstigste Unterkunft: gratis Zelten im Navajo National Monument
Durchschnittlich gefahrene Kilometer pro Tag: 296 km
Verbrauchtes Benzin: 960 Liter
Anzahl Nächte im Zelt: 15
Anzahl Nächte im Hotel/Motel: 15
Teuerste Unterkunft: Fr. 130.- Best Western in Colorado Springs
Günstigste Unterkunft: gratis Zelten im Navajo National Monument
Im Vergleich zum Reisemonat August fällt auf, dass wir für das Benzin ca. einen Drittel weniger bezahlt haben und dies trotz der fast identischen Anzahl Kilometern. Ja die Amis legen Wert auf günstigen Sprit! Am günstigsten kriegt man die Gallone in Texas (unter 2 Dollar für 3.8 Liter!).
Auch viel Skurriles haben wir bis jetzt gesehen. Hier eine Auswahl:
- Schusswaffen im Supermarktregal (Pumpgun für 100 Dollar inkl. 20 Schuss)
- Poolregel Nr. 3 im Hotel Best Western in Colorado Springs: Das Tragen einer Badekappe ist für alle Langhaarigen Personen Pflicht!
- Für alle Personen die jünger aussehen als 40 Jahre, herrscht Ausweispflicht beim Kauf von Alkohol (und das wird auch durchgezogen!)
- Daily Fresh Bread = frische Pampe
- Werbetafel: TNT! Buy 1 get one free!
- Strassentafel: Litter and it will hurt!
- Modell eines halb zerfleischten Zebras im Zoogehege (als Dekor)
- Afrikawind-kabine für 1.50 Dollar
- Werbetafel eines Weed Lawyers, gleich nach Einfahrt in den Bundesstaat Texas (Absolute Nulltoleranz)
- CONTINENTAL BREAKFAST (Ohjeminee....)
Im TV läuft noch immer der Weather Live Stream und wie es aussieht ist das Schlimmste noch nicht überstanden! Wir warten ab und halten euch auf dem laufenden...
Liebe Grüsse Philipp und Martina
Skuriles....... Tja..... die Amis sind halt schon ein besonderes Völkchen.... 😉
AntwortenLöschen