Hello, Hello
Nach sieben Nächten im Zelt am Stück (unser neuer Rekord!)
haben wir uns heute wieder mal in einem netten Motel im Städtchen Cortez
niedergelassen. Philipp war bereits beim Reinfahren in die City leicht
überfordert von diesen vielen Autos und den in allen Farben blinkenden Logos
und Lichtsignalen. Nach sieben Tagen Natur, endlosen Meilen ohne Haus, Mensch
und Zivilisation, muss man sich erst mal wieder an den Trubel gewöhnen. Doch
dieser holte uns ziemlich schnell ein. Wäsche waschen, Einkauf erledigen, Fotos
hochladen und Abendessen besorgen beim Thai um die Ecke. Da verschwinden die
gewonnene Gelassenheit und Muse der letzten Tage doch recht schnell wieder.
Unglaublich, wie viel wir in den letzten Tagen erlebt und
gesehen haben. Da ist es selbst für uns teilweise schwer, den Überblick zu
behalten, aber wir versuchen’s. Nach dem stürmischen Abend südlich des
Arches-Nationalparks (das Zelt steht noch, ist einfach leicht verbogen) machten
wir uns auf Richtung Natural Bridges National Monument. Fast touristenfrei
konnten wir in Ruhe die drei steinigen Brücken besichtigen, eines unsere
bisherigen Highlights. Doch die Naturwunder hörten damit nicht auf. Auf der
Fahrt Richtung Nord-Westen fährt man durch mehrere Nationalparks und National
Recreation Areas. Da kann man sich an der wunderbaren Natur und den
unglaublichen Fels- und Sandlandschaften kaum satt sehen. Da wir uns ja ein
Auto mit 4x4 gemietet haben, liessen wir es uns natürlich nicht nehmen, die
zahlreichen gravel roads (nicht geteert) und off-road Pisten auszukosten. In
abenteuerlicher und teils nervenaufreibender Manier verlangten wir dem Chevy so
einiges ab.
Nach diesen unbeschreiblichen Tagen voller Abenteuer und
Ungewissheit haben wir uns nach etwas Bekanntem und Vertrautem gesehnt, was uns
zum Bryce Canyon führte. Der Bryce Canyon mit vierfachem Besuch von Philipp und
zweifachem Besuch von mir gehört schon fast zu unserer Heimat in Amerika und
kam uns bei der Ankunft richtig vertraut vor. Den Zeltplatz fanden wir auf
Anhieb und auch die Fische im Badesee begrüssten uns freundlich, als sie unsere
stinkenden Füsse umschwärmten. Auch ein Nachtessen in unserem bekannten Pines
Restaurant stand auf dem Programm. Trotz aller Klasse, sind die Kochkünste der
Amis doch auf ihre Art beschränkt. Sogar das selbstgemachte Brot schmeckte mehr
nach Brioche, als nach Baquette. Philipp freut sich schon jetzt auf ein gutes
Stück Fleisch von Pirmins Grill. Auch die Nacht war vertraut, was die
Temperaturen angeht. Dank den Erkenntnissen der vergangenen Trips packten wir
uns bereits zu Beginn im Zwiebelsystem warm ein und überstanden die Nacht
(unter dem Gefrierpunkt) einigermassen gut :-). Auf den Eis-Kaffee am Morgen verzichtete ich aber gerne und genoss dafür die
wärmende Heizung unseres treuen Gefährts. Der Besuch des Bryce Canyons war aber
auch dieses Mal ein Muss und die Schönheit der Kulisse ist auch beim zweiten
bzw. vierten Mal überwältigend.
Dann ging’s aber los Richtung Süden, wir wollten ja dem
Monument Valley noch einen Besuch abstatten. Nach einem wunderschönen Campingzwischenhalt
im Indianerreservat, inkl. Besichtigung alter Wohnstätten, trafen wir gestern
Morgen beim Monument Valley ein. Dank unserer Offraod Tauglichkeit, haben wir die
Chance genutzt, das Valley auf eigene Faust zu erkunden und haben uns köstlich
amüsiert am Bild der zusammengekauerten und verstaubten Touristen auf den
Indiander-Pikups.
Nun geht unsere Nationalpark-Aera langsam zu Ende.
Beschränken sich diese doch überwiegend auf den westlichen Teil Amerikas. Heute
werden wir noch den Sand Dunes NP besuchen und dann geht’s Richtung Dallas, wo
wir erneut unseren fahrbaren Untersatz austauschen müssen. Ja, wir sind bereits
wieder an der Meilenlimite angelangt und der Wagen braucht einen Full Service!
Wir sind gespannt was uns die nächsten Tage erwartet! Einen
konkreten Plan haben wir, wie fast immer, keinen! :-)
Liebe Grüsse Martina und Philipp
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